Wasserelektrolyse
Die Wasserelektrolyse macht eine vollkommen emissionsfreie Erzeugung möglich, wenn der zur Elektrolyse benötigte Strom aus regenerativen Energien gewonnen wird. Bei der Elektrolyse wird Wasser (H2O) mit einer Flüssigkeit versetzt, die den Ionentransport verbessert. Unter Einsatz von Strom wird Wasser in die Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) zerlegt. Dabei wandern der Wasserstoff zum negativ geladenen und der Sauerstoff zum positiv geladenen Pol. Die eingesetzte elektrische Energie wird in chemische umgewandelt und in Wasserstoff gespeichert. Umgekehrt kann das Prinzip in einer Brennstoffzelle genutzt werden – so wird die im Wasserstoff gespeicherte Energie emissionsfrei wieder in elektrische Energie zurückgewandelt. An der Berliner Tankstelle an der Holzmarktstraße sowie zukünftig an der Wasserstofftankstelle in der Hamburger HafenCity wird Wasserstoff per Elektrolyse erzeugt. Die gesamte dazu notwendigen Energie stammt aus regenerativen Quellen. Diese modernen Wasserstofftankstellen dienen als Modell für alle zukünftigen Tankstellen.
Reformierungsverfahren
Wasserstoff wird seit über 100 Jahren als Industriegas verwendet. Ein Teil der heutigen Wasserstoffproduktion entsteht als Neben- oder Kuppelprodukt in Prozessen der chemischen Industrie und wird auch von dieser selbst in anderen Prozessen wieder verbraucht, vor allem in der Petrochemie. Im industriellen Maßstab wird Wasserstoff heute hauptsächlich durch Reformierung aus Erdgas erzeugt. Im Jahr 2007 wurden allein in Deutschland circa 750.000 Tonnen Wasserstoff per Dampfreformierung und partieller Oxidation von Schweröl produziert.
In der CEP wurde in den Phasen I und II Wasserstoff zentral in einer großen Reformierungsanlage aus Erdgas produziert, verflüssigt und angeliefert. In der Phase I wurde auch die dezentrale Dampfreformierung aus LPG (Liquefied Petroleum Gas) direkt an der Tankstelle Heerstraße in Berlin Spandau getestet. Auch mit Wasserstoff aus Erdgas kann Kohlendioxid eingespart werden: Bei der Verwendung in Brennstoffzellenfahrzeugen werden im Vergleich zu modernen Dieselfahrzeugen bis zu 30 % weniger CO2 emittiert (Vergleichswert 120g CO2/km).
H2 aus Biomasse
Linde arbeitet an mehreren Technologien zur regenerativen Wasserstofferzeugung. Am Linde-Standort Leuna (Sachsen-Anhalt) hat das Unternehmen 2010 eine Pilotanlage in Betrieb genommen, in der Wasserstoff aus Rohglycerin erzeugt wird. Das Glycerin entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Biodiesel aus Pflanzenölen. Zur Produktion des „grünen“ Wasserstoffs nutzt Linde den selbst entwickelten Pyroreforming-Prozess, bei dem das entsalzte Rohglycerin unter hohem Druck und bei Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius aufgespalten wird. Das dabei entstehende wasserstoffreiche Gas wird zur Reinigung und Verflüssigung in die vor Ort bestehenden Linde-Wasserstoffanlagen eingespeist.
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